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Fleischwirtschaft
Die Fleischwirtschaft besitzt für Bayern eine sehr große Bedeutung. Dies wird eindrucksvoll
durch die knapp eine Million Tonnen erzeugtes Schwein-, Rind- und Geflügelfleisch
verdeutlicht. Die Fleischverarbeitung ist mit einem Umsatz von rund 3,3 Mrd. € nach
der Milchverarbeitung die bedeutendste Branche des produzierenden Ernährungsgewerbes
im Freistaat. Auch für die Erzeuger besitzt die Tierhaltung eine große Bedeutung.
Dies wird durch die Tatsache belegt, dass über 70% der gesamten Verkaufserlöse in
der bayerischen Landwirtschaft aus der Tierhaltung stammen.
Weltbekannt
Dank der hohen Qualität des Fleisches und der Wurstwaren genießt die bayerische
Fleischwirtschaft auf den nationalen und internationalen Märkten höchstes Ansehen.
Zudem ist die Bekanntheit bayerischer Fleisch- und Wurstwaren sowie das Spezialitäten-Image
- geprägt von typischen Produkten wie Weißwurst und Leberkäse - ein echter Standortvorteil
für die bayerischen Verarbeiter. Geografische Herkunftsangaben, z. B. für die Nürnberger
Bratwurst, sichern den EU-weiten Schutz bayerischer Traditionsprodukte.
Qualitätssicherung
Qualitätssicherungssysteme und ein effizientes Qualitätsmanagement sind im Bereich
der bayerischen Fleischwirtschaft von großer Bedeutung. Die bäuerlichen Betriebe
liefern hochwertige Qualitäten. Forschungseinrichtungen und Prüfinstitute begleiten
Land- und Fleischwirtschaft mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Gleichzeitig
tragen sie mit der Zusammenführung der auf allen Produktionsstufen anfallenden Daten
zur Qualitätssicherung bei. Alle Marktbeteiligten - vom Stall bis zur Theke - profitieren
von diesem Verbundsystem. Mit dem Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem "Geprüfte
Qualität - Bayern" entwickelt sich eine immer breitere Basis für eine zertifizierte
Erzeugung nach hohen Standards. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zum Verbraucherschutz
geleistet.
Qualitätsverbesserung durch Vernetzung
Im Rahmen der Clusterstrategie „Ernährung“
will das bayerische Landwirtschaftsministerium mit einer flächendeckenden Informationsplattform
den Datenaustausch zwischen allen Marktpartnern im Bereich der Fleischerzeugung
verbessern. Landwirtschaftsminister Josef Miller schaltete am Montag in Vierkirchen,
Lkr. Dachau, dazu den ersten Baustein frei. Der Freistaat übernimmt nach den Worten
des Ministers mit dem Aufbau des Netzwerks eine Vorreiterrolle in Deutschland. „Die
Vernetzung dient der Qualitätsverbesserung des Fleischs und der Wettbewerbsstärkung
unserer land- und fleischwirtschaftlichen Betriebe. Damit verschaffen wir ihr einen
Innovationsvorsprung, mit dem sie im europäischen Wettbewerb punkten können“, sagte
Miller. Die bayerische Fleischwirtschaft erzielt jährlich einen Umsatz von rund
3,3 Milliarden Euro.
Ziel der Informationsplattform ist es laut Miller, aus der Fleischqualität der geschlachteten
Tiere sofortigen Rückschluss auf Fütterung und Zucht ziehen zu können. Damit werden
Qualitätsverbesserungen in kürzerer Zeit möglich. Das kommt nach den Worten des
Ministers Erzeugern und Verbrauchern zugute. Mittelfristig soll der gesamte Datentransfer
zwischen Landwirt, Viehhandel, Schlachthof und Einzelhandel über das Internet abgewickelt
werden. Die lückenlose Aufzeichnung aller Daten optimiert auch die Rückverfolgung
der Waren von der Theke bis zum Erzeuger. Mit dem jetzt installierten ersten Modul
können rund 3 000 Landwirte aus Ostbayern die seit Januar vorgeschriebene Erzeugererklärung
zur Lebensmittelsicherheit über die Internetadresse www.qualifood.de online abgeben.
Nach den Erzeugergemeinschaften für Qualitätsvieh und -fleisch Oberbayern-Ost und
Niederbayern sowie der Erzeugergemeinschaft für Schlachtvieh Oberpfalz sind bisher
auch die Schlachtbetriebe in Vilshofen, Landshut und Erlangen am Projekt beteiligt.
Bis Ende des Jahres sollen alle Landwirte in Bayern diese Möglichkeit nutzen können.
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